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Was ist der Islam?

Was ist der Islam?

Das Wort Islam stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Frieden und Hingabe. Ein praktizierender Muslim bemüht sich daher, sich mit ganzem Herzen Allah hinzugeben. Durch diese Hingabe findet der Mensch Frieden – sowohl im diesseitigen Leben als auch im Leben nach dem Tod. Muslime als „Mohammedaner“ zu bezeichnen, ähnlich wie Christen nach Christus benannt sind, ist unpassend. Denn im Islam ist der Glaube an die Person des Propheten Muhammad (s) nicht die einzige Grundlage des Glaubens, sondern lediglich ein Teil davon. Der Islam ist die Fortsetzung der göttlichen Offenbarungsreligionen, die über zahlreiche Propheten – angefangen von Adam, Noah, Moses, David, Salomo über Abraham und Jesus bis hin zu Muhammad (s) – stets den einen Schöpfergott verkündet haben, der auf Arabisch Allah genannt wird. Der Islam basiert also auf dem Glauben an den einen Gott und an die Rechtleitung, die den Propheten durch die Offenbarung Allahs zuteilwurde. Insofern ist der Islam keine neue Religion, sondern gewissermaßen die Krönung und Vollendung jener grundlegenden Wahrheit, die Allah allen Völkern durch all Seine Propheten zukommen ließ. Der heilige Koran sagt: „Sag: Wir glauben an Allah und an das, was zu uns herabgesandt wurde, und an das, was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herabgesandt wurde, und an das, was Moses, Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen. Und Ihm sind wir ergeben.“ (Koran 3:84) Um das Jahr 610 n. Chr. zog sich der Prophet Muhammad (s) häufig aus dem geschäftigen Treiben der Handelsstadt Mekka in die nahegelegene Höhle Hira zurück, um dort in Ruhe über Gott und die Welt nachzudenken. Er galt unter seinen Freunden und Verwandten als „der Aufrichtige“, „der Vertrauenswürdige“ (al‑Amīn), da er den Menschen stets ehrlich und offen begegnete. Gegen Ende des Monats Ramadan, in der Nacht, die heute als Laylat al‑Qadr – die Nacht der Macht bzw. Bestimmung – bekannt und feierlich begangen wird, erschien ihm der Engel Dschibrīl (Gabriel) und überbrachte die erste Offenbarung Allahs. Die ersten fünf Verse der Sure Alaq lauten: „Lies im Namen deines Herrn, der erschuf. Er erschuf den Menschen aus geronnenem Blut. Lies! Und dein Herr ist der Allgütige, der mit dem Schreibrohr lehrte – den Menschen lehrte Er, was dieser nicht wusste.“ (Koran 96:1–5) Diese Offenbarungen setzten sich 23 Jahre lang fort. Die Verse wurden von den ersten Muslimen auswendig gelernt und aufgeschrieben. Bis heute sind sie unverfälscht in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Neben dem heiligen Koran stützen sich Muslime auf die Sunnah, also auf die überlieferten Aussagen, Handlungen und die Lebensweise des Propheten. Dazu gehören sowohl religiöse Praxis wie Gebet, Reinheit oder Pilgerfahrt als auch zwischenmenschliche Handlungen, in denen sich der Glaube widerspiegelt. Viele Aussprüche und Taten des Propheten wurden von seinen Zeitgenossen überliefert und weitergegeben. Diese werden als Hadithe bezeichnet und dienen den Muslimen als Wegweiser für ein Leben im Glauben.